Rømø – Insel der Walfänger

Wann segelten die Römöbewohner auf Walfang?

Von Mitte des 17. Jahrhunderts bis gut 150 Jahre später war die Haupteinnahmequelle auf Römö der Wal- und Robbenfang. Dieser fand in den großen Gewässern nahe Grönland und Spitzbergen statt. Die Männer von Römö fuhren allerdings nicht mit eigenen Schiffen hinaus – sondern als Seeleute auf deutschen und holländischen Walfangschiffen.

Die großen Jungs und erfahrenen Männer waren sehr begehrte Besatzungsmitglieder für die Jagd z.B. auf Grönlandwale.

In der Blütezeit des Walfangs in der letzten Hälfte des 18. Jahrhundert kamen mehr als 40 Kapitäne (sogenannte Kommandeure) und große Teile von deren Besatzung von Römö.

 

Römös schönste Ferienhäuser

 

Die Kommandeure gehörten zur Oberschicht von Römö. Den Wohlstand, den sie mit nach Hause brachten, sieht man noch heute in Form von großen Häusern mit kostbarer Einrichtung aus Friesland und den Niederlanden.

Das Leben an Bord war nicht ungefährlich. Jedes Jahr erlitten mehrere Walfangschiffe im Eismeer Schiffbruch mit vielen Todesfällen. Ein besonders tragisches Jahr für Römö war das Jahr 1777, wo mehr als 20 der Seeleute von Römö im Eismeer verschollen.

 

 

Die Harpune war ein Fanggegenstand, der zur Jagd von Walen benutzt wurde. Die Harpune wurde in die dicke Speckschicht der Wale gestoßen und am Ende der Harpune war ein oftmals 225 Meter langes und 2 Zoll dickes Seil befestigt. Dieses hielt die Besatzung fest, wenn der Wal floh.

Das Speckmesser wurde von den Walfängern benutzt, um die ½-1 Meter dicken Speckschichten in großen Stücken vom Wal abzutrennen.

 

Biikebrennen

Auch heute gibt es auf den Inseln und Halligen, am 21. Februar, noch das traditionelle Biikebrennen, auch Petritag (Pers awten) genannt. Das Biikefeuer diente auf den Inseln zur Verabschiedung der Walfänger. Biike kommt aus dem friesischen und heißt soviel wie Bake oder Feuerzeichen.

Nach einer Sylter Legende sollte es außerdem den Männern auf dem Festland zeigen, dass die Frauen nun wieder allein auf dem Hof waren und Hilfe bei der Arbeit benötigten.

 

“Wal in Sicht … Wal in Sicht”

Mit der Ankunft an den Fangplätzen im Eismeer begann die erschöpfende Jagd. Hier jagte man die Wale auf offener See. “Fall, fall, öwerall” (lass gehen überall) hieß das Signal, wenn ein Wal in Sicht war.

Nun wurden die Ruderboote bemannt und ins Wasser hinabgesenkt. Im vorderen Teil stand der Harpunierer und dirigierte die Ruderer so, dass er die Harpune tief in den Walspeck stoßen konnte. Der Schmerz brachte den Wal zum Tauchen und die Ruderboote folgten ihm. Sie waren mit dem Wal durch lange Fangleinen verbunden.

Walfänger im 19. Jahrhundert

Die Jagd konnte Stunden dauern bis der Wal so dicht dran war, dass man ihn mit der tötenden Waffe – der Lanze – erreichen konnte. Der Todeskampf des Wals war fürchterlich für den Wal und äußerst gefährlich für die Besatzung. Ein falscher Schlag mit der Schwanzflosse konnte das Ruderboot zerschmettern und die Mannschaft töten.

Der tote Wal wurde zum großen Schiff geschleppt und entweder direkt im eisigen Wasser oder an Land zerlegt. Barten, Speck und einige Knochen nahm man mit.

Der Speck wurde zu Öl gekocht und in Tonnen eingelagert. Bei der Heimkunft wurde es verkauft und als Lampenöl oder Schmieröl auf dem Europäischen Markt weiterverkauft. Die Barten wurden beispielsweise zu Reitpeitschen oder Untergestellen für Kleider (Reifröcke und Korsetts) verarbeitet und die Knochen wurden als Zaunpfähle, Gartenzäune oder Gestelle für Wippen-Brunnen verwendet.

 

Nationalmuseum Kommandørgården

Kommandørgården ist einer der reichen alten Wahlfänger Familienhöfe – vollständig möbliert, sowohl im Wohnhaus als auch in den Längen. Die prächtige Einrichtung ist ein deutliches Zeichen für die enormen Einkünfte, die Kommandeure durch den Walfang und den Seehandel erzielen konnten. Im malerischen Wohnhaus findet man prächtig bemalte Paneele aus dem 18. Jahrhundert, schöne Schnitz- und Tischlerarbeiten sowie gut erhaltene Wandbekleidungen mit holländischen Fliesen.

Nationalmuseum Kommandørgården auf Römö – Nationalmuseum Kommandørgården

 

 

Römös schönste Ferienhäuser

 

 

Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit Naturcenter Tønnisgård geschrieben

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