Wie findet man Bernstein?
Der Strand von Rømø ist nicht nur einer der besten und attraktivsten Strände
Europas für Badelustige und Sonnenanbeter, sondern auch ein Eldorado für
Schatzsucher, denn wenn man sich zum richtigen Zeitpunkt am Strand von Rømø oder
am Wattenmeer befindet - und zudem Glück hat - kann man hier Berstein - das Gold
des Meeres finden.
"Erst nimmt der Mann den Bernstein,
dann nimmt der Bernstein den Mann"
Unzählige sind die Steine, die von Besuchern auf Rømø aufgesammelt,
draufgebissen und wieder weggeschmissen worden sind. Es gibt weißen und gelben
Bernstein, schwarzen und roten, orangen und braunen Bernstein. Es gibt
Bernstein, in welchem Insekten und Pflanzenteile gefangen sind, und Bernstein,
der ganz durchsichtig ist. Und es gibt eine Menge davon. Darum ist es auch
schwer zu verstehen, das man jahrelang am Strand spazieren kann, ohne auch nur
ein einziges Stück zu finden - es erfordert nämlich ein trainiertes Auge. Die
Suche nach Bernstein kann eine lebenslange Leidenschaft werden. Ein Redensart
auf Rømø besagt: "Erst nimmt der Mann den Bernstein, dann nimmt der Bernstein
den Mann".

Was ist Bernstein?
Bernstein ist fossiles Harz von ausgestorbenen Nadelbäumen, die vor Millionen
von Jahren in Nordeuropa beheimatet waren. Wenn die Bäume irgendwie beschädigt
wurden, trat das klebrige Harz aus und lief am Stamm oder an den Ästen nach
unten. Solange das Harz flüssig war, hafteten Insekten und Pflanzenteile am Harz
fest, und daher kann man in den Bernsteinklumpen, die heute gefunden werden, hin
und wieder Einschlüsse von Insekten, Pflanzen u. Ä. sehen.
Wenn der Wind von der richtigen Seite weht
Bei auflandigem Wind, also wenn dieser ungefähr im rechten Winkel auf die Küste
trifft, bringen die anstürmenden Wellen den Bernstein mit zum Strand. Hier
bleibt er keinesfalls liegen, sondern wird im Spiel der Wellen hin- und
hergeworfen.
Erst dann, wenn die See nach dem Sturm zur Ruhe kommt und das Wasser langsam die
Transportkraft verliert, bleibt das eine oder andere Stück Bernstein am Spülsaum
liegen. Die meisten Stücke werden wieder mit ins Meer zurückgenommen.

Ein
Durcheinander
An den Strand werden zusammen mit Bernstein auch solche Dinge angespült, die
etwa ein gleiches, spezifisches Gewicht und etwa die gleiche Größe haben: Holz-
Braunkohlestückchen, Miesmuschelschalen, stabile Reste größeren Tangs,
Kiefernzapfen u. a. Roll- oder Sprockholz nennt man das Ganze, das nach Stürmen
auffallende braunschwarze Streifen am Spülsaum des Strandes bildet.
Seien Sie der Erste am Strand
Wer Bernstein finden möchte, der sollte zuerst in diesem oft nicht besonders
ansehnlichen Rollholz danach suchen. Dort wo es besonders grob ist, findet man
die größeren Exemplare.
Im feineren sind die Stücke häufiger, aber kleiner. Voraussetzung dafür, dass
man darin wirklich etwas findet, ist natürlich immer, der Erste "vor Ort" zu
sein.
Im Winter besitzt das Wasser eine größere Dichte als im Sommer. Deshalb kann es
den Bernstein in der kalten Jahreszeit leichter transportieren.

So prüfen Sie die
Echtheit
Es gibt mehrere Methoden, wie Sie untersuchen können, ob es sich um ein echtes
Stück Bernstein handelt. Der Echte schwimmt auf dem Wasser (jedenfalls teilweise)
in Salzwasser, Glas und Kunstharz kann dieses nicht. Plastik hingegen ist
normalerweise leichter und schwimmt auf dem Wasser, selbst in Wasser mit einem
geringen Salzgehalt.
Wenn man Bernstein mit Wolle oder Seide reibt, wird dieses
elektrisch geladen, und kann kleine Stückchen Papier und dergleichen anziehen,
das kann Glas oder Kunstharz nicht.
Der aromatische Duft von brennendem Bernstein, ist auch ein Kennzeichen, aber da
man das Produkt ja nicht zerstören möchte, kann man sich mit dem Rauch begnügen,
der entsteht, wenn man eine heiße Nadel in den Bernstein (halten Sie die Nadel
mit einer Zange fest!) an einer unauffälligen Stelle sticht. Am leichtesten ist
es eine Messerspitze oder eine Nadel vorsichtig in den Bernstein zu stechen. Ist
der "Stein" porös und zerbricht, dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um
Bernstein.
